Digitale Währungen sind zurück, zumindest laut den Krypto-Enthusiasten. Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde hat endlich Bitcoin-basierte börsengehandelte Fonds genehmigt – widerwillig und auf Druck der Gerichte. Die erneute Begeisterung der Anleger für riskante Vermögenswerte wie Technologieaktien hat offensichtlich auch auf Tokens abgefärbt. Wer Bitcoin während des Krypto-Winters Ende 2022 gekauft hat, konnte einen Gewinn von über 180% verzeichnen. Da darf man durchaus stolz darauf sein.

Doch für den Rest von uns, die vielleicht eine Spur des alten FOMO (Fear of Missing Out) verspüren, ist eine Diskussion über den Überlebensdrang von Bedeutung. Die Preise einiger großer Coins wie Bitcoin und Ether geben kein vollständiges Bild davon, was Krypto-Händler durchgemacht haben. Stellen Sie sich einen Anleger vor, der 2021 in Krypto eingestiegen ist: Sam Bankman-Frieds FTX-Börse könnte ein vernünftiger Ort erschienen sein, um diese Coins zu behalten. Neben Bitcoin gab es 12.000 kleinere "Altcoins" zum Ausprobieren, von denen viele jetzt tot oder iliquid sind, Geister eines wütenden Pump-and-Dump-Handelstrends, der Tokens wertvoller aussehen ließ, als sie es wirklich waren.

Ein Krypto-Enthusiast hätte vielleicht auch berühmten Investoren wie Mike Novogratz von Galaxy Digital Holdings Ltd. in das damals heiße Luna Token gefolgt oder dessen stabilen Coin, TerraUSD, gekauft – beide sind inzwischen implodiert, mit Gründer Do Kwon, der wegen Betrugs angeklagt ist. In der Zwischenzeit boten mehrere mittlerweile bankrotte Kreditplattformen Möglichkeiten, fette Renditen auf digitale Vermögenswerte zu erzielen. Und Non-Fungible Tokens, digitale Vermögenswerte, die größtenteils mit virtuellen Cartoon-Bildern verknüpft sind, schienen kurzzeitig cool genug zu sein, um sie für Tausende oder sogar Millionen von Dollar zu handeln. Sie werden noch gehandelt, aber zu einem relativ geringen Preis. Kurz gesagt, es gab unzählige Möglichkeiten, Vermögen in Luft aufgehen zu lassen.

Selbst der Kauf und das Halten von Bitcoin – HODLing, Krypto-Slang für das Festhalten an einer Investition, unabhängig von den Kosten, wäre in den letzten zwei Jahren schwer gewesen. Seit Februar 2022 ist der Preis der Münze von rund 44.000 $ auf etwa 48.000 $ heute gestiegen. Aber die Reise dazwischen war beschwerlich – sie fiel auf bis zu 15.500 $, als FTX zusammenbrach. Krypto-Investoren haben viel mehr Volatilität erlebt, als man es bei Aktien oder Anleihen sehen würde, und bekräftigen somit die Erzählung, dass digitale Token nichts für schwache Nerven sind. "Wenn ich es in einem Wort zusammenfassen müsste, wäre es 'stressig'", sagt Craig Erlam, Senior Market Analyst bei der Devisenmaklerfirma Oanda Corp. "Wir sind im Grunde genommen wieder dort, wo wir angefangen haben, aber die Reise dazwischen war recht ereignisreich."