"Warum springt diese tote Katze so hoch?"

So fragten zwei Beamte bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angesichts der jüngsten Rallye auf dem Kryptomarkt – angetrieben durch die Genehmigung von Bitcoin-Spot-Börsengehandelten Fonds in den USA.

Die Genehmigung mehrerer Fonds durch die US-Wertpapieraufsichtsbehörde und die Milliarden von Dollar, die seitdem zugeflossen sind, ändern nicht die Tatsache, dass Bitcoin eine insgesamt schlechte Anlage und ein umständliches Zahlungsmittel ist, schrieben Ulrich Bindseil, Generaldirektor für Marktinfrastruktur und Zahlungen bei der EZB, und Berater Jürgen Schaaf in einem Blog-Beitrag am Donnerstag.

"Wir widersprechen beiden Behauptungen und betonen erneut, dass der faire Wert von Bitcoin nach wie vor null ist", beharrten die beiden Beamten auf der langjährigen Position der Zentralbank, dass Bitcoin schlecht sei, und bezeichneten die ETF-Genehmigung für die Kryptowährung als "die nackten Kleider des Kaisers".

Letztes Jahr wurde die Europäische Union die erste große Rechtsprechung, die einen umfassenden regulatorischen Rahmen für Krypto-Assets und damit verbundene Dienstleister implementiert hat. Inzwischen hat die EZB vor allem daran gearbeitet, einen digitalen Euro aufzubauen und zu fördern – eine zuverlässige von der Zentralbank ausgegebene Währung, die eine sichere Alternative zu dubiosen privaten Kryptowährungen bieten könnte.

Neben der Nennung der üblichen Nachteile von Bitcoin wie hoher Volatilität, Kosten, langsamen Transaktionen und hohem Energieverbrauch beim Mining erläuterten die Zentralbanker drei Faktoren, die den derzeitigen Aufschwung antreiben.

"Die fortgesetzte Manipulation des 'Preises' in einem unregulierten Markt ohne Aufsicht und ohne fairen Wert, die wachsende Nachfrage nach der 'Währung des Verbrechens' und Defizite bei den Beurteilungen und Maßnahmen der Behörden" werden den Preisanstieg kurzfristig antreiben, aber "es gibt keinen fairen Wert, von dem seriöse Prognosen abgeleitet werden können", schrieben Bindseil und Schaaf.

Die Behörden müssen wachsam bleiben, um die Gesellschaft zu schützen, wenn das Kartenhaus schließlich zusammenbricht, warnten die beiden.

"Diese Aufgabe ist noch nicht erledigt", sagten sie.