Die Europäische Union hat Frankfurt, Deutschland, als Sitz für ihre neue Anti-Geldwäsche-Behörde (AMLA) ausgewählt, die den Krypto-Sektor direkt überwachen wird.
Die in Frankfurt ansässige Agentur, bestehend aus der Behörde selbst und nationalen Behörden der 27 Mitgliedstaaten der EU, wird damit betraut sein, die Einhaltung aller vereinbarten Verpflichtungen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung innerhalb des Blocks sicherzustellen.
"Wir mindern Risiken, die mit großen Geldsummen verbunden sind, durch eine EU-weite Bargeldgrenze von 10.000 Euro. Gleichzeitig adressieren wir Risiken, die durch Krypto und die damit ermöglichte Anonymität entstehen", sagte Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion, während einer Pressekonferenz am Donnerstag zur Entscheidung.
Die AMLA ist Teil eines dreigliedrigen gesetzgeberischen Pakets zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in der gesamten EU, das ein einheitliches Regelwerk für alle ihre Mitglieder schafft. Neben der Einrichtung der neuen Agentur hat die EU im letzten Jahr auch Überarbeitungen an ihren Regelungen zur Übermittlung von Geldern abgeschlossen, um auch die Rückverfolgung von Kryptotransaktionen zu ermöglichen.
"Es ist wirklich wichtig, dass wir nun einen einheitlichen Satz von Regeln haben, der für den Privatsektor im gesamten Binnenmarkt gilt, so dass Unternehmen unabhängig von ihrem Standort innerhalb der Union den gleichen Regeln unterliegen werden", sagte McGuinness. Sie fügte hinzu, dass die Behörde "bereit ist zu starten" und ab Freitagmorgen ihre Arbeit aufnehmen werde.
Während die Regelungen zur Übermittlung von Geldern gleichzeitig mit dem wegweisenden Rahmen für Märkte in Kryptoanlagen (MiCA) der EU eingeführt wurden, finalisiert der Block nun sein Regelwerk zur Bekämpfung der Geldwäsche (AMLR), das die Kunden-Identifizierung und Übertragungsgrenzen behandelt.
Neun EU-Städte waren für den Sitz im Rennen, darunter Rom und Paris. Frankfurt wurde durch eine gemeinsame Abstimmung des Europäischen Parlaments und des Rates ausgewählt.