Es ist kein Geheimnis, dass die Krypto-Industrie eine kühle Beziehung zur U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) hat. Früher war das nicht immer so - die Ansichten der SEC zum Thema Krypto haben sich im Laufe der Zeit geändert. In den Anfangstagen von Bitcoin war die Herangehensweise der SEC an Krypto größtenteils eine milde Vernachlässigung. Während und nach der Initial Coin Offering (ICO) Blase von 2016-17 begann die SEC, Interesse an dem Bereich zu zeigen, sich selektiver Durchsetzung zu widmen und erste Leitlinien bereitzustellen.
Jake Chervinsky ist Chief Legal Officer bei Variant, wo er die juristische Arbeit des Unternehmens leitet und Portfolio-Gründern hilft, sich in der Regulierungsstrategie zurechtzufinden.
Amanda Tuminelli ist Chief Legal Officer beim DeFi Education Fund, wo sie die Impact-Klagen und politischen Bemühungen der Organisation leitet.
In den letzten Jahren hat die SEC jedoch eine starke Position im Anti-Krypto-Lager eingenommen. Die aktuelle SEC scheint zu glauben, dass die Wertpapiergesetze auf die große Mehrheit der Krypto-Transaktionen anwendbar sind und dass die meisten Krypto-Branchenteilnehmer das Gesetz brechen. Die Behörde hat keine Anzeichen dafür gezeigt, dass sie einen Weg zur Einhaltung für die Branche verfolgt, sondern priorisiert die Regulierung durch Durchsetzung gegen solide Unternehmen wie Coinbase und Kraken, unter vielen anderen.
Die Feindseligkeit der SEC gegenüber Krypto lässt die Branche in einer schwierigen Situation zurück. Viele Entwickler haben Angst, in den Vereinigten Staaten tätig zu sein, aus Angst vor einer Durchsetzungsmaßnahme der SEC. Selbst Entwickler, die Hunderttausende von Dollar für Anwaltskanzleien ausgeben, spüren immer noch die Drohung der SEC, da die hohen Kosten für die Verteidigung einer Durchsetzungsmaßnahme für ein junges Unternehmen unabhängig vom Ergebnis verheerend sein können. Als Ergebnis werden viele Krypto-Unternehmen gezwungen, wie bejagte Enten zu handeln, den Kopf unten zu halten und zu hoffen, dass die SEC anderswo hinschaut.
Aber diese Woche ging die Branche in die Offensive.
Am Mittwoch reichte eine neue Krypto-Handelsplattform namens Lejilex eine Klage gegen die SEC bei einem Bundesgericht in Texas ein, zusammen mit ihrem Handelsverband, der Crypto Freedom Alliance of Texas. In der Klage argumentiert Lejilex, dass sekundäre Markverkäufe digitaler Vermögenswerte keine Wertpapiertransaktionen darstellen und somit außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der SEC liegen.
Das Argument ähnelt dem, das Coinbase gegen die SEC in ihrer Durchsetzungsmaßnahme vor einem Bundesgericht in New York vorbringt, und es entspricht eng den vorherrschenden Meinungen von Branchenanwälten darüber, wie die Wertpapiergesetze auf Krypto anwendbar sind.
Die Lejilex-Klage ist ein perfektes Beispiel für "Impact Litigation" - die Praxis, strategische Klagen vor Gericht zu führen, die gut durchdachte rechtliche Fragen aufwerfen, mit dem Ziel, dauerhafte Auswirkungen über den Fall selbst hinaus zu erzielen.