Sicherheitsexperte Ari Juels denkt seit so lange, er sich erinnern kann, darüber nach, wie Technologie die Gesellschaft ins Wanken bringen kann. Das bedeutet nicht, dass Juels, der Chef-Wissenschaftler bei Chainlink und Professor an der Cornell Tech in New York City ist, glaubt, dass die Welt bald aus den Fugen gerät. Aber in den letzten zehn Jahren - mit der Entwicklung von großen Sprachmodellen, die zunehmend leistungsfähige künstliche Intelligenzsysteme und autonome, selbstausführende Smart Contracts unterstützen - haben sich die Dinge in eine besorgniserregendere Richtung entwickelt.
Dies ist ein Auszug aus dem Node-Newsletter, einem täglichen Überblick über die wichtigsten Crypto-News auf CoinDesk und darüber hinaus. Hier können Sie den vollständigen Newsletter abonnieren.
„Es gibt ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass das Finanzsystem ein Vektor des AI-Ausbruchs sein kann“, sagte Juels in einem Interview mit CoinDesk. „Wenn Sie über Geld verfügen, können Sie Auswirkungen auf die reale Welt haben.“ Dieses Szenario eines drohenden Untergangs ist der Ausgangspunkt für Juels' zweiten Roman „The Oracle“, ein Krimi-Thriller, veröffentlicht von der renommierten Science-Fiction-Abteilung Talos, über einen in New York ansässigen Blockchain-Forscher, der von der US-Regierung rekrutiert wird, um ein bewaffnetes Krypto-Protokoll zu vereiteln.
Glücklicherweise ist die Fiktion manchmal seltsamer als die Realität, und die Aussicht auf programmierbare Smart Contracts, die töten, bleibt laut Juels eine entfernte Bedrohung. Er bleibt vorsichtig optimistisch und glaubt, dass das rechtzeitige Nachdenken über Risiken heute und das Entwerfen von Sicherheitsvorkehrungen wie Blockchain-basierten Orakeln (im Wesentlichen Zufuhren für Informationen) dazu beitragen könnten, langfristige Probleme zu verhindern.
Cryptodesk hat letzte Woche ein Gespräch mit Juels geführt, um die aufstrebende Schnittstelle zwischen Blockchain und KI, die möglichen Gefahren und die über- sowie unterschätzten Aspekte der Technologie zu diskutieren.